Wirtschaftsförderung: Olsberg will Strukturen überprüfen

Olsberg. Die Stadt Olsberg nimmt ihre Wirtschaftsförderung „unter die Lupe“: Gemeinsam wollen Kommunalpolitik und Stadtverwaltung ein Strategiepapier erarbeiten, um auf diese Weise künftige Ziele und Aufgaben der städtischen Wirtschaftsförderung festzulegen – ebenso wie ihre Strukturen. Das haben jetzt mit breiter Mehrheit die Mitglieder des Olsberger Hauptausschusses entschieden.

Hintergrund: Die CDU-Fraktion hatte beantragt zu prüfen, ob eine Stelle für einen kommunalen Wirtschaftsförderer geschaffen werden könne. Bereits jetzt befasse man sich in der Stadt Olsberg intensiv mit dem Thema Wirtschaftsförderung, informierte Elisabeth Nieder, Allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Fischer – allerdings seien diese Aufgaben innerhalb des Rathauses verteilt. So erfolge die gewerbliche Planung und Infrastruktur im Fachbereich „Bauen und Stadtentwicklung“, die Vermittlung von Arbeitskräften im Fachbereich Soziales und die allgemeine Wirtschaftsförderung im Fachbereich „Zentrale Dienste“ – Elisabeth Nieder: „Es ist ein komplexes Thema mit verteilten Aufgaben.“

Generell bekomme man von heimischen Unternehmen die Rückmeldung, dass man mit den Kontakten in die Stadtverwaltung durchaus zufrieden sei – sowohl, was die Schnelligkeit angehe, mit der Anfragen erledigt werden, wie auch in der Sache selbst, unterstrich Elisabeth Nieder. Es sei gerade der Vorteil kleiner Verwaltungen, durch direkte Kontakte „näher am Kunden“ zu sein: „Ich glaube nicht, dass wir hier eine uneffektive Wirtschaftsförderung betreiben.“ Ein Konzept könne natürlich dabei helfen, bestehende Strukturen zu überprüfen und bei Bedarf zu verbessern.

Darin waren sich vom Grundsatz her auch die Ratsfraktionen einig. Wünschenswert sei, dass die Wirtschaftsförderung in Olsberg „ein Gesicht bekommt“, wie es Philipp Rüther (CDU) zusammenfasste. Er wünscht sich einen „Kümmerer“ für die Gewerbebetriebe – gerade im Einzelhandel fehle es oft an Kapazitäten, aktiv selbst seine Interessen zu vertreten. Auch SPD-Fraktionschef Rudolf Przygoda (SPD) sprach sich dafür aus, Aufgaben zu bündeln: „Bei allem Engagement der Beteiligten braucht man einen Ansprechpartner.“ Karl-Heinz Weigand (Bündnis 90 / Die Grünen) sieht eine Stärkung der Wirtschaftsförderung grundsätzlich als richtig an. Allerdings passe es nicht, hier eine neue Stelle zu schaffen, während man die von den Grünen seit Jahren geforderte Einstellung eines Klima-Managers ablehne.

Bei einer neuen Stelle sei man noch lange nicht, argumentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Burkhard Stehling: Es gehe um eine ergebnisoffene Prüfung, die durch eine externe Beratung begleitet werde. Erst, wenn Ergebnisse vorliegen, könne man Schlussfolgerungen ziehen. Resultat könne auch sein, so Bürgermeister Wolfgang Ficher, „dass wir es selbst leisten können, wenn wir zum Beispiel Strukturen verändern.“

Um eine externe Begleitung zu finanzieren, sollen entsprechende Mittel in den Haushaltsentwurf des Jahres 2019 eingestellt werden. Konkrete Beschlüsse erfolgen dann im Rahmen der Haushaltsberatungen zu Jahresbeginn.

 
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