Ausschussmitglieder gegen Windräder am Heidkopf

Olsberg. Die Stadt Olsberg will den Heidkopf bei Assinghausen auch weiter frei von möglichen Windkraftanlagen halten. Mit breiter Mehrheit haben sich die Mitglieder des Ausschusses Planen und Bauen dafür ausgesprochen, das gemeindliche Einvernehmen der Stadt Olsberg zum Bau von vier Windrädern auf dem Heidkopf zu versagen.

Hintergrund: Ein Unternehmen aus Bayern hatte beim Hochsauerlandkreis eine Voranfrage für ein solches Projekt gestellt. Die Kreisverwaltung hat deshalb die Stadt Olsberg um eine Stellungnahme gebeten. Mit der Mehrheit von CDU und SPD hat sich der Ausschuss Planen und Bauen dafür entschieden, die Punkte aus einer schon im August 2017 erfolgten Stellungnahme zu wiederholen, „da sie vollumfänglich nach wie vor Bedeutung haben“, so der Text in der Vorlage. Damals hatte die Stadt Olsberg den Hochsauerlandkreis aufgefordert, „im Genehmigungsverfahren die touristischen Belange, insbesondere ausgehend vom Nationalen Naturmonument „Bruchhauser Steine“, dem Kurgebiet Olsberg und dem Erholungsgebiet Assinghausen besonders zu berücksichtigen.“

Die Ausschussmitglieder stützen ihre Einschätzung dabei auf zwei Stellungnahmen der Unteren Naturschutzbehörde des HSK sowie des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Beide Gutachten schätzen insbesondere die Nähe der geplanten Anlagen zum Nationalen Naturmonument der Bruchhauser Steine als überaus problematisch ein.

So kommt die Untere Naturschutzbehörde zu dem Ergebnis, dass „die auch im Schutzzweck der Verordnung zum Nationalen Naturmonument genannte Erlebnisqualität der Bruchhauser Steine … erheblich beeinträchtigt“ würde: Die geplanten Windenergieanlagen würden mit ihrer Gesamthöhe von knapp 200 Meter die bewaldeten Kuppen deutlich überragen und damit „diesen einzigartigen Eindruck bzw. das hiermit verbundene Landschaftserleben zunichtemachen“. Für den auf dem Feldstein stehenden Betrachter würde sich sogar „eine bedrängende bzw. gar erdrückende Wirkung ergeben“. Bei einem Bau der Anlagen sei deshalb mit einer „Verunstaltung des Landschaftsbildes“ zu rechnen.  Zwar sei die Windenergie ein so genanntes „privilegiertes Vorhaben“ – damit sei jedoch nicht die Zuweisung bestimmter Standorte verbunden: „Dort, wo die Landschaftsbelange besonders schützenswert sind, hat das Interesse an der Realisierung von Windenergie zurückzutreten.“

Auch der LWL sieht beim Bau der Windräder die Gefahr einer „technischen Überprägung eines kulturhistorisch landesweit bedeutsamen Kulturlandschaftsbereichs“. Die Bruchhauser Steine würden durch die „Dominanz der geplanten WEA ihre herausgehobene Stellung in der Landschaft verlieren und neben den WEA fast unscheinbar wirken.“ Der Blick würde zukünftig nicht wie bisher auf die Bruchhauser Steine, sondern direkt auf die Windräder gelenkt werden.

Diesen Einschätzungen mochte sich Peter Bergmann (Bündnis 90 / Die Grünen) nicht anschließen. Er forderte ein „energiepolitisches Umdenken“ in Olsberg. Nur mit einem deutlichen Ausbau der Windenergie könne es zu einem Mehr an Klimaschutz kommen: „Es gibt zu wenige Windkraftanlagen hier.“ Erst die immer stärkere Einschränkung möglicher Windkraft-Flächen habe dazu geführt, dass ein Standort wie der Heidkopf in den Blick genommen worden sei.

Bürgermeister Wolfgang Fischer wies das zurück. Die Stadtverwaltung habe stets die Beschlüsse ausgeführt, die der Stadtrat in seinen politischen Beratungen getroffen habe – „nicht mehr und nicht weniger“. Auch Hubertus Schulte verwies auf den Auftrag des Rates, „im Rahmen der Konzentrationszonenausweisung diesen Standort nicht zuzulassen.“ Nach der geltenden Rechtslage sei die Nutzung der Windkraft überall dort möglich, wo dem keine öffentlichen Belange entgegenstehen. Gerade dies sei aber – so das Ergebnis sowohl der Fachbehörden wie auch der Abwägungen in der Kommunalpolitik – am Standort Heidkopf der Fall: „Hier versuchen wir, den Heidkopf und die Bruchhauser Steine zu schützen.“

Bei einer Gegenstimme sprachen sich die Ausschussmitglieder dafür aus, das gemeindliche Einvernehmen zu dem Projekt zu versagen. Die weitere Entscheidung über die Voranfrage zur Windkraft am Heidkopf liegt nun beim Hochsauerlandkreis.

 
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